Artgerechte Pferdehaltung 1/2

Wir stellen Ihnen verschiedene Haltungsmodelle vor.

von Caroline Gräther, veröffentlicht am 23.10.2012
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0,00 € Ein Postivbeispiel für artgerechte Haltung

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In einem kleinen Stall mit wenig Tageslicht ist das unentwegte Knabbern an Holz zu hören. Das Geräusch übertönt den Regen, der an die breite Glasfensterfront prasselt. Eine Hannoveraner-Stute pendelt mit dem Kopf hin und her, verlagert dabei lethargisch ihr Gewicht von einem Vorderbein auf das andere. Fast 20 Stunden steht die Stute isoliert von anderen Artgenossen in einer von drei Seiten abgesperrten Box. Zwei Schritte vor und einen zurück - das ist der Bereich, in dem sie sich fortbewegen kann.Das lethargische Verhalten der Stute wird auch als Weben bezeichnet und ist ein deutliches Symptom für eine psychische Verhaltensstörung, die häufig durch Langeweile hervorgerufen wird – und ein eindeutiges Zeichen für eine nicht artgerechte Haltung.
„Wir Menschen zwingen das Lauf- und Fluchttier Pferd in eine von Zäunen umgrenzte Welt. Deshalb sollten wir diesen künstlichen Lebensraum wenigstens so gestalten, dass die Pferde zufrieden sind,“
so Sigrid Koch, Vorsitzende der Laufstall-Arbeits-Gemeinschaft e.V. Um die Haltungsbedingungen für Freizeit- und Sportpferde zu verbessern, wurde vor über 20 Jahren die Laufstall-Arbeits-Gemeinschaft e.V, kurz LAG, gegründet.  Die Grundproblematik, die hinter der Umsetzung von artgerechten Haltungssystemen steht, ist, dass sich die Bedürfnisse des Pferdes und die Interessen des Pferdebesitzers häufig unterscheiden. Schnell verfügbar, gesund und leistungsfähig soll das Pferd in den Augen vieler Sportpferdebesitzer sein. Für andere Pferdehalter muss der Arbeits- und Kostenaufwand überschaubar bleiben. Mehrere Aspekte spielen eine Rolle, doch dabei wird oft vergessen, dass es allein auf die Erfüllung der sechs Grundbedürfnisse der Pferde ankommt: Bewegung, Ernährung, Sozialkontakte, Unterhaltung, Licht und Luft.
Nachweislich sind Pferde, die artgerecht gehalten werden, nicht nur gesünder, sondern auch leistungsfähiger.  Sigrid Koch bestätigt dies aus eigener Erfahrung: 
„Es gibt weniger Verletzungen, weniger Tierarztkosten, weniger Aufwand in der Pferdeausbildung, mehr Lebensqualität für Pferde und eine wesentlich längere Nutzungsdauer.“ 
Verbindliche Gesetze für eine artgerechte Haltung gibt es in Deutschland noch nicht. Aber ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung wurde 2009 gemacht: Im Auftrag der Bundesregierung hat eine Expertengruppe ein neues umfassendes Regelwerk entwickelt, das die Grundbedürfnisse und artspezifischen Ansprüche des Pferdes im Detail aufschlüsselt und die Pferdehaltung unter Tierschutzgesichtspunkten bewerten soll. Die so genannten Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft können sie hier abrufen.

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Folgende Inhalte erwarten Sie in dem Artikel:

  • Sie lernen etwas über verschiedenen Haltungsmodelle und deren Entwicklung im Laufe der vergangenen 30 Jahre.
  • Wir gehen auf die einzelnen Haltungsmodelle ein und nennen Ihnen Vor- und Nachteile und was es jeweils zu beachten gilt.
  • Außerdem erfahren Sie, warum Bewegung für Pferde so wichtig ist. Dazu stellen wir das neue Modell des Bewegungsstalls vor.
  • In einem Film (4:12 min.) wird diese Haltungsmethode anhand eines Beispielhofes (Heinrichshof) veranschaulicht.
  • Auch das Fressverhalten der Pferde haben wir für Sie genauer unter die Lupe genommen.

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