Reitübung 113: Übergänge im Trab

Eine Übung, die kaum Aufbau erfordert – und eine Menge bewirkt!

von Eva, veröffentlicht am 21.05.2015
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Was trainiere ich?

Pferd:
Hat man die Übung ein paar Mal ins Training miteingebaut, werden Sie deutliche Veränderungen in der Rittigkeit spüren. Das Pferd lernt zurückzukommen und sich mit der Hinterhand zu tragen, ohne langsam zu werden. Der Fleiß wird hier erarbeitet. Zudem wird dem Pferd vermittelt, primär auf Gewichts- und Schenkelhilfen zu reagieren. Hat man diese Punkte erreicht, wird das Pferd rittiger und zeigt schon auf kleinste Hilfen eine Reaktion, was auch in den anderen Gangarten von Vorteil sein wird.

Reiter:
Mit dieser Reitübung lernt der Reiter, genaue Hilfen zum richtigen Zeitpunkt zu geben. Er wird so sensibler für die Art und Wirkung der eigenen Hilfengebung. Zudem muss er einen korrekten Sitz zeigen, um die Übung richtig ausführen zu können.

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Was benötige ich?

- Reithalle, Reitplatz oder einen ebenen griffigen Boden im Gelände, der das Zirkelreiten ermöglicht. 
- 3-4 Pylonen als Orientierungshilfe auf den halben Zirkel verteilt

Die Pylonen dienen der besseren optischen Orientierung, die auf dem halben Zirkel verteilt sind. So haben Sie einen konkreten Startpunkt und Ihnen wird die Einteilung der Übergänge leichter fallen. Natürlich funktioniert die Übung auch ohne Hütchen, falls Sie keine benötigen.

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Ablauf

Ziel der Übung sind flüssige Übergänge im Trab, die kaum durch Zügeleinwirkung geritten werden. Es kann auf dem Zirkel oder der ganzen Bahn geritten werden. Um die Übergänge im Galopp vorzubereiten ist aber der Zirkel zu empfehlen. Vor der Übung sollte das Pferd schon ausreichend im leichten Trab aufgewärmt worden sein und sich an den Zügel dehnen. Begonnen wird im normalen Arbeitstempo im Leichttraben auf dem Zirkel. Nach einer Runde kann nun mit der Arbeit begonnen werden: Entscheidend ist das Zusammenspiel der Hilfen. Beide Schenkel treiben das Pferd an, der Reiter sitzt nun gerade und tief aus. Gleichzeitig muss die Hand vorne anstehen, sodass das Pferd in Kombination mit den treibenden Hilfen lernt zurückzukommen, trotzdem aber fleißig in die Höhe zu traben. Durch den geraden und schweren Sitz wird das Zurückkommen des Pferdes noch verstärkt. Die Hand sollte sofort nach einer Reaktion des Pferdes nachgeben. So wird ein Abstumpfen des Pferdemauls vermieden und das Pferd gleichzeitig belohnt. Es muss außerdem darauf geachtet werden, dass alle Hilfen parallel erfolgen, andernfalls tritt kein Lernerfolg ein. Nach ca. 2-3 Pferdelängen trabt der Reiter wieder leicht und lässt das Pferd frisch vorwärts in Dehnungshaltung traben. Diese kurze Pause dient der Belohnung des Tieres und trainiert gleichzeitig die Fähigkeit, nach der Verkürzung der Tritte, wieder nach vorne zu traben. Danach erfolgt die oben erklärte Hilfengebung wieder von vorn. Das Weichwerden mit der Hand ist hier von essentieller Bedeutung, da nur so eine Art Belohnung erfolgt und verhindert wird, dass sich das Pferd auf den Zügel legt. Je nachdem, wann das Pferd auf die Hilfen richtig reagiert, kann mit der Übung aufgehört werden. Befindet sich das Tier noch am Anfang der Ausbildungsskala, reichen hier auch schon kleine Tendenzen in die richtige Richtung.

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Steigerung des Schwierigkeitsgrades

0,00 € Wenn das Pferd schon auf leichte Gewichts- und Schenkelhilfen reagiert, nach der Versammlung leicht und frisch vorwärts geht und sich an den Zügel dehnt und die Zügel nicht mehr zum Zurückkommen gebraucht werden, ist das Ziel der Übung erreicht. Als Steigerung könnte man noch kürzere Reprisen verlangen, um eine sehr schnelle Reaktion auf die Hilfen zu erreichen. Hier sollten nur 2-3 Trabtritte verkürzt werden und anschließend auch in Dehnungshaltung geritten werden.

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Was tun, wenn ... ?

...mein Pferd die Hilfen nicht annimmt?

0,00 € Sollte ihr Pferd nicht in der Lage sein die Hilfen anzunehmen, versuchen Sie diese etwas verstärkt zu geben. Vergessen Sie nicht hier schon leichte Tendenzen zu belohnen. Weitere Gründe können Müdigkeit oder zu wenig Kraft sein. Versammlung ist für Pferde am Anfang der Ausbildung sehr anstrengend, weshalb diese Übung zu Beginn der Arbeitsphase durchgeführt werden sollte.

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...mein Pferd ständig in den Schritt fällt?

0,00 € Wenn Ihr Pferd durchweg in den Schritt fällt, könnte dies an einer zu starken Hand beim Gegenhalten liegen. Versuchen Sie es noch einmal mit einer etwas weicheren Zügelhilfe und vergewissern Sie sich, dass Sie oft genug Nachgeben - bei einem durchgehend angenommenen Zügel wird ein Durchparieren vermittelt. Das Ausfallen könnte aber auch an zu schwach treibenden Hilfen liegen. Da Sie stellenweise mit der Hand gegenhalten, muss gleichzeitig stark genug nachgetrieben werden. Nur so kann das Pferd verstehen, dass es nicht aufhören soll zu traben.