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Longieren: Hilfszügel richtig einsetzen 2
In dieser Serie stellen wir Ihnen Dreieckszügel im Schritt, Trab und Galopp vor.
von Caroline, veröffentlicht am 12.11.2012
Rückblick Teil 1
Longieren, Ausbildungsskala der FN und die Arbeit mit dem Kappzaum
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Im ersten Teil des Artikels ging es um die Bedeutung des Longierens bei der Ausbildung eines Jungpferdes. Die Ausbildungskala der FN spielt dabei eine wesentliche Rolle und wird von zahlreichen Ausbildern als die Grundlage angesehen. Sabine Ellinger, bekannte Pferdeausbilderin aus Baden-Württemberg, geht außerdem auf die Arbeit mit dem Kappzaum ein. Den ersten Teil erreichen Sie über diesen
Link.
Die Grundausbildung an der Longe
Ein plötzlicher Wechsel in den Galopp oder ein unvorhersehbarer Richtungswechsel – die allerersten Trainingsstunden an der Longe können für so einige Überraschungen sorgen. Umso wichtiger ist, dass sich der Ausbilder davon nicht aus der Ruhe bringen lässt, sondern mit viel Geduld und sehr systematisch vorgeht. Systematisch heißt: der Ausbilder darf das Pferd nicht überfordern. In der Longenarbeit gibt es eine klare Abfolge, die für das Pferd sinnvoll ist (siehe Infobox).
Sabine Ellinger erklärt dies folgendermaßen:
"Es macht wenig Sinn, an der Haltung des Pferdes arbeiten zu wollen, wenn das Pferd noch unaufgefordert die Gangart wechselt und das Tempo noch nicht geregelt werden kann.“
Die Grundlage für die weitere Ausbildung ist daher das Erarbeiten einer gemeinsamen Sprache. Diese erreicht man zum einen durch die Peitschen- und Longenhilfen und zum anderen über verbale Signale, das heißt kurzen oder gedehnten Kommandos wie
HAALT,
SCHEERIT für Schritt,
TEERAB für Trab oder
GAALOPP für Galopp.
„Bei jungen Pferden arbeite ich am Anfang häufig nur mit dem Kappzaum, um sie an die Kommandos zu gewöhnen und ihnen beizubringen, was das Peitschensignal, Stimm- oder Schnalzsignal bedeutet.“
Für den Pura Raza Espanola
Gentil sind diese Signale noch Neuland. Der Wallach ist zwar schon sieben Jahre alt, hat aber bisher noch keine solide Grundausbildung an der Longe genossen. Sabine Ellinger soll dies ändern und ihn zu einem zuverlässigen Reitpferd ausbilden.
„Junge Pferde haben einen kurzen Zeitraum in dem sie sich überhaupt konzentrieren können. Diesen muss ich nutzen, in dem ich ihn beschäftige und etwas mache, was seine Aufmerksamkeit fesselt und das interessanter ist, als das was er draußen sieht.“
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In dem folgenden Film gewährt uns Sabine Ellinger einen kurzen Einblick in die vierte Trainingsstunde des siebenjährigen Wallachs. In den ersten drei Übungsstunden hat er bereits gelernt, die Richtung zu halten. Im Film sieht man, dass er die einfachsten Signale noch nicht versteht. Auch seine Muskulatur ist für einen siebenjährigen noch nicht an den richtigen Stellen ausgebildet.
Die Arbeit an der Haltung des Pferdes
Der richtige Einsatz von Hilfszügeln
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Kann der Reiter die Richtung, die Gangart und das Tempo des Pferdes bestimmen und regulieren? Wenn alle Punkte mit einem klaren
Ja beantwortet werden können, kann das Training zur vierten Stufe, der Arbeit an der Haltung übergehen. Hier kommen die Hilfszügel ins Spiel.
Wie es die FN-Richtlinien treffend auf den Punkt bringen, sollen die Hilfszügel allerdings nur temporär zum Einsatz kommen.
„Das Ziel jeder Arbeit mit Hilfszügeln muss sein, diese im weiteren Verlauf überflüssig zu machen.“
Schon im 19. Jahrhundert war der Hilfszügel ein beliebtes Werkzeug, um die Haltung des Pferdes zu korrigieren und zu verbessern. Aber auch schon damals waren sich die großen Reitmeister der Kavallerie nicht darüber einig, ob Hilfszügel die Dressurarbeit fördern oder ob sie eher das Gegenteil bewirken. Der Grund für diese Uneinigkeit in Sachen Hilfszügel liegt darin begründet, dass Ausbinder leider häufig falsch eingesetzt werden. Dazu kommt, dass meist nicht erst nach den Ursachen für Haltungsfehler geschaut, sondern sofort zum Hilfszügel gegriffen wird.
Schuld an dem schlechten Ruf der Ausbinder ist in den Augen Sabine Ellingers, dass viele Leute nicht wüssten für welchen Sinn und Zweck welche Ausbindeart geeignet ist und wie man sie benütze.
Die Pferdeausbilderin aus dem schwäbischen Murrhardt konnte schon öfters beobachten, dass die Arbeit an der Longe falsch durchgeführt wurde.
Vor allem von unerfahrenen Reitern, die viele Dinge noch nicht korrekt einschätzen können. Sie rät daher, Hilfszügel nur unter Anleitung einzusetzen.
Welche Ausbindeart die richtige ist, ist abhängig vom Exterieur und vom Ausbildungsstand des Pferdes. Sabine Ellinger ergänzt:
„Nicht jedes Pferd reagiert auf jede Art von Ausbinder gleich gut. Da muss man viel ausprobieren.“
Der Dreieckszügel
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Der Dreieckszügel ist eine in Deutschland weit verbreitete Ausbindeform und auch unter dem Namen
Wiener Zügel bekannt. Wie es der Name bereits sagt, liegt der Ursprung des Hilfszügels in der Spanischen Hofreitschule in Wien.
Der Dreieckszügel ist eine leicht abgewandelte Form des Ausbinders, aber im Vergleich dazu weniger starr. Das Ziel des Dreieckszügels ist es, das Herandehnen an das Gebiss und das Aufwölben des Rückens bei aktiver Hinterhand zu fördern. Im Vergleich zum Chambon, den wir im dritten Teil des Themas noch genauer vorstellen, haben die Pferde durch den Dreieckszügel auch seitlich eine Führung und man kann sie bewusst, wie beim Reiten, an den äußeren Zügel herantreiben.
„Wenn mein Ziel ist, dass das Pferd besser ans Gebiss herangeht und sich dabei abdehnt, dann ist der Dreieckszügel der richtige Hilfszügel.“
Wie man die Dreieckszügel verschnallt
„Je versammelnder die Arbeit an der Longe sein soll, umso höher wird der Ausbindezügel in der Regel am Longiergurt befestigt.“
Die Höhe der Verschnallung lässt sich individuell einstellen und richtet sich nach dem Ausbildungsstand des Pferdes. Wenn das Pferd zu eng verschnallt wird, besteht die Gefahr des Aufrollens. Das Pferd ist dann in seiner Schulterfreiheit eingeschränkt, die Gänge sind gespannter und es ist weniger losgelassen.
Vor der Arbeit mit Hilfszügeln sollte das Pferd aufgewärmt sein. Sabine Ellinger longiert ihr Pferd daher vor der Verschnallung einige Zeit im Schritt, bis die Muskeln entspannt sind.
„Das Einschnallen ist ein ähnlicher Lernprozess wie das Autofahren. Damit man nichts vergisst, sollte man sich angewöhnen, die Punkte immer in derselben Reihenfolge ausführen.“
Die Wirkung des Dreieckszügel
...im Schritt
Anhand des fünfjährigen Knabstruppers
Black and Magic zeigt uns Sabine Ellinger wie die Dreieckszügel idealerweise verschnallt werden und welche Wirkung sie im Schritt entfalten können. Schon allein beim Verschnallen des Ausbinders können viele Fehler gemacht werden.
...im Trab und Galopp
Für die Arbeit im Trab und Galopp müssen die Hilfszügel enger verschnallt werden. Wie man mit Dreieckszügeln im Trab und Galopp arbeiten und die Haltung korrigieren kann, erfahren Sie im nächsten Film.
Teil 3: so geht es weiter
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Im
letzten Teil des Artikels steht das Chambon im Fokus. Wir zeigen die Wirkung dieser Ausbindeart im Schritt, Trab und Galopp und gehen auf die richtige Verschnallung des Chambons ein.